St.-Severin-Lied

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© 2012 bei den Urhebern, Vervielfältigungslizenz für: Kath. Kirchengemeinde St. Severin, 85748 Garching

Garching wählte 1967 für die neue Pfarrkirche an der Poststraße als Schutz- und Namenspatron den hl. Severin von Noricum. Die Pfarrgemeinde Garching feiert alljährlich am  8. Januar (Sterbetag) ihr Patrozinium. 

Namens- und Schutzpatrone haben eine Tradition in unserem Kulturkreis seit dem frühen Mittelalter. Nach ihnen benennt man Personen, Organisationen, Orte, Bauwerke, Gegenstände. Es geht dabei aber nicht nur um die bloße Namensgebung, Patrone sind Vorbild und Identifikation. Bei Kirchen wählt man häufig Heilige als Patrone. Heilig ist jemand, dessen Denken und Handeln ganz aus der Liebe heraus bei seinem Nächsten ankommt, jemand, der niemandem etwas Böses will.

Heiligkeit äußert sich in den vielfältigsten Formen: das Auftreten, die Taten und die Charaktere unserer Heiligen sind und waren sehr verschieden. Der hl. Severin lebte im 5. Jh. n. Chr. Seine Heiligkeit äußerte sich in sehr vielfältigen Taten mit Vorbildfunktion.

Ist es da nicht eine gute Idee in Garching eine eigene Severin-Hymne zu haben? Eine Hymne ist ein feierlicher Preis- und Lobgesang, ein Ausdruck hoher Begeisterung, in diesem Fall zu Ehren von St. Severin. Auch Hymnen zeigen eine große Identifikation an. 

Nach unserem Patroziniumsfest 2012 trat unser Kirchenmusiker Herr Gardemann mit der Idee, ein eigenes Patroziniums-Lied zu komponieren, an Herrn Pfarrer Windolf heran. Daraufhin stellte die Kirchenverwaltung  Mittel zur Verfügung, mit denen man zunächst einen Autor mit der Schaffung von Text-Strophen beauftragte. In enger Zusammenarbeit zwischen Herrn Gardemann und dem Text-Autor Herrn Küsters ist nun das Severin-Lied entstanden.

Es werden in den einzelnen Strophen die Tugenden, die hinter den Taten aus dem Leben des Severin stehen, hervorgehoben:

Die erste Strophe bezieht sich auf seine weitreichende Lebensmittel- und Kleidersammlungen, die dazu führten, dass die damalige Stadt Favianis, (heutige Forscher benennen dafür die Stadt Mautern a. d. Donau, andere Wien-Heiligenstadt),  von einer Hungersnot befreit wurde.

Die zweite Strophe bezieht sich auf seine Schlichtung der Streitigkeiten zwischen verschiedenen Religionen in Favianis. Es entstand ein echter Religionsfrieden, der so weit ging, dass die verschiedenen Gemeinschaften sogar die gleiche Kirche benutzten.

Die dritte Strophe bezieht sich auf seine Klostergründungen und seine Aufmunterungen für die Menschen.

Die vierte Strophe zeigt, dass Heiligkeit durchaus auch etwas mit Mut zu tun hat: Severin ging allein dem Heer des Rugenkönig entgegen und erreichte einen Frieden.

Die fünfte Strophe schließlich soll noch einmal klar machen, dass Severin der Liebe gedient hat und dass seine Haltung ein Vorbild ist.

Es war das Anliegen der beiden Urheber ein Lied zu schaffen, das die Gemeinde über viele Jahre zum Patrozinium begleiten kann, mit einem Text, der unsere heutige Sprache spricht und auch Menschen erreicht, die sich von ihren christlichen Wurzeln etwas entfernt haben. Die Dichtung des Textes und die Komposition der Melodie bedurften einiger Vorarbeit und Mühe, Formulierungen zu finden und dann Text und Melodie in Einklang zu bringen – denn gerade in der "Eingängigkeit" der Melodie zeigt sich die Kunst des Komponierens, eine Arbeit, die viel Zeit beansprucht. Es ist wert, das fertige Projekt zu würdigen und finanziell zu unterstützen.

Alfons Kraft



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